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Über SW-Radio

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Viktor Sawatzki

Viktor Sawatzki

Geburtsort: Russland, Orenburg, Dorf Nummer 7
Wohnort: Detmold
Beruf: Elektriker
Tätigkeit: Geschäftsführer, Mediengestalter, Prediger…aktiv in der Radioarbeit seit 2002
Sprachen: Plautdietsch, Deutsch, Russisch
Bei SW-Radio seit: 2005
Mein Leitvers: Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten. (Ps. 32,8)

Olga

Olga Kliever

Geburtsort: sehr weit weg
Wohnort: Detmold
Beruf: Der wichtigste Beruf auf Erden
Tätigkeit: Kindergeschichten, Gedichte und vieles mehr
Sprachen: Plautdietsch, Deutsch, Russisch
Bei SW-Radio seit: 2005
Mein Leitvers: habe viele

Natascha

Natascha Braun

Geburtsort: Russland, Nr. 7
Wohnort: Detmold
Beruf: PK Angestellte und Mutter
Tätigkeit: Kindergeschichten
Sprachen: Plautdietsch, Deutsch, Russisch
Bei SW-Radio seit: 2008
Mein Leitvers: Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben (Eph 2,8)

Natalie

Natalie Neufeld

Geburtsort: Russland
Wohnort: Bad Lippspringe
Beruf: Sekretärin
Tätigkeit: Zuhörerbetreuung
Sprachen: Plautdietsch, Deutsch, Russisch
Bei SW-Radio seit: 2005
Mein Leitvers: Ich will dich nicht verlassen und nicht von dir weichen. (Jos.1,5)

egor

Egor Neufeld

Geburtsort: Russland
Wohnort: Bad Lippspringe
Beruf: Maschinenführer
Tätigkeit: Mediengestalter
Sprachen: Plautdietsch, Deutsch, Russisch
Bei SW-Radio seit: 2006
Mein Leitvers: Denn also hat Gott die Welt geliebt, das er seinen eingeborenen Sohn gab, auf das jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. (Joh. 3,16)

Anna Schulz

Anna Schulz

Geburtsort: Rot Front
Wohnort: Vlotho
Beruf: Bürokauffrau
Tätigkeit: Mediengestalterin
Sprachen: Deutsch, Russisch, Plautdietsch
Bei SW-Radio seit: 2014
Mein Leitvers: Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den HERRN und sich nicht wendet zu den Hoffärtigen und denen, die mit Lügen umgehen! (Ps. 40,5)

 

 

 

 

Wer sind Russlandeutsche?

Russlandeutsche – ein Volk auf dem Weg…

„Russlanddeutsche“ ist ein wissenschaftlicher Begriff für alle Deutschen, die im Laufe der Zeiten von Deutschland nach Russland umgesiedelt sind: von 13. (Kieva Rus’) bis 19. Jahrhunderten, die vom Russischen Reich aufgenommen worden sind und später von der Sowjetregierung übernommen sind.
Russlanddeutsche sind auch unter „Deutschrussen“, „Deutschen aus Russland“ und „Sowjetdeutsche“ bekannt, obwohl sie niemals eine einheitliche Gruppe darstellten. Sie identifizieren sich nach Regionen und Konfessionen: z. B.: Wolgadeutsche, Schwarzmeerdeutsche (darunter Odessa-, Prischib, Molotschna), Kaukasusdeutsche, Petersburgerdeutsche, Orenburger, Sibiriendeutscher oder Ev-lutherische, Katholische, Mennoniten, Baptisten…
Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Deutsche in das östliche, asiatische Teil der Sowjetunion deportiert (zwangsläufige Umsiedlung aus dem europäischen Teil der SU), wo sie von 1941 bis 1972 nicht ausreisen/zurückreisen dürften.
Die Auswanderung in die Urheimat Deutschland begann ab 1956, aber mit großen Schwierigkeiten. Die größte Zahl von Aussiedlern kam nach Deutschland ab 1988 (Höhepunkt 1994 – über 250.000).
Seitdem leben sie verstreut in ganz Deutschland.

Eine Gruppe von Russlanddeutschen sind die Mennoniten.

 

 

Russlandmennoniten unterwegs – nur wohin?

Von Nomaden oder von den Sinti und Roma weiß man, dass das ständige Aufbrechen und Weiterziehen irgendwie einfach dazu gehört. Anscheinend ist dies auch eine uralte Eigenschaft der ca. 500.000 Russlandmennoniten weltweit. In Deutschland stammt schätzungsweise jeder zehnte Russlanddeutsche aus einer plautdietschen (also russlandmennonitischen) Familie. Auf dem gesamten Globus hat jeder zweite oder dritte Mennonit Vorfahren aus Russland.

Die Geschichte der Russlandmennoniten als Glaubensgruppe begann im Zuge der Reformation. Ihre Geschichte als „plattdeutsches Völkchen“ begann spätestens zu dem Zeitpunkt, als Katharina die Große sie aus Westpreußen nach Südrussland holte.
Wo und wie leben diese Menschen heute? Sie sind schon einige Jahrhunderte unterwegs. Ist Deutschland ihre Heimat?
Diese Fragen stellen sich die Russlandmennoniten auch gerne selbst. Die nordamerikanischen Mennoniten können inzwischen auf eine lange und traditionsreiche Geschichtsforschung zurückblicken. Die russlanddeutschen Mennoniten in Europa sind da noch nicht so weit. Das Wissen über die eigene Geschichte und Identität ist oft nur sehr lückenhaft und einseitig. Für viele Plautdietsch-Sprecher unter den Aussiedlern ist es z.B. eine Überraschung, wenn sie erfahren, dass sie eigentlich „Mennoniten“ sind, oder dass ihre Eltern es einmal waren. Auch in der weltweiten Öffentlichkeit sind die Mennoniten bisher nicht groß aufgefallen. Und doch tauchen sie immer wieder auf. Vor allem interessiert man sich für ihre Besonderheiten wie z.B. ihren Non-Konformismus oder ihren Pazifismus. Mit ihrem Bemühen, in Harmonie mit der Natur und im Gehorsam gegenüber biblischen Geboten zu leben, sind die Mennoniten in ihrer Geschichte immer wieder gegen den Strom geschwommen.

Dieser Aspekt wurde neulich auch in der außergewühnlich gut gemachten ARTE-Dokumentation „Die Bibelbauern von Belize“ hervorgehoben. In diesem kleinen mittelamerikanischen Staat machen die plautdietschen Mennoniten zwar nur 5 Prozent der Bevölkerung aus, aber sie versorgen dass gesamte Land mit Milch, Käse, Eiern und vielem mehr. Auch die Aufsehen erregende Berichterstattung über das Trennungsdrama der siamesischen Zwillinge „Lea und Tabea“ sowie die Pressestimmen über die „Schulverweigerer“ in Ostwestfalen-Lippe haben gezeigt, wie weit der persönliche Glaube an Gott die alltäglichen Entscheidungen auch bei Mennoniten in Deutschland beeinflussen kann. Nicht selten kommt dabei eine Art ziviler Ungehorsam heraus, der von den Medien sehr unterschiedlich bewertet wird.
Der internationale und renommierte Fersehsender National Geographic Channel hat nun auch die Plautdietschen entdeckt und überträgt in seiner Reihe „No Borders“ einen Dokumentarfilm über Mennoniten in Mexiko und Bolivien. Der Titel lautete „Living in a Perfect World“, Starttermin war in Deutschland der 9. Juli 2006. Ein Novum bei diesem Film ist die Sprache: Sprecher und Untertitel sind zwar in den jeweiligen Landessprachen der Staaten, in denen der Film ausgestrahlt wird, ansonsten wird aber fast nur Originalsprache gesprochen, nämlich Plautdietsch.

Die Sprache Plautdietsch wird von Russlandmennoniten oft als ihre „eigentliche Heimat“ bezeichnet. Diese Meinung vertraten sehr früh schon der russlandmennonitische Schriftsteller Arnold Dyck sowie heute auch der Sprachwissenschaftler Jack Thiessen. Etwas anders mag die Meinung des plautdietschen Evangelisten Jacob Funk aussehen, der wie Thiessen im kanadischen Manitoba „zuhause“ ist. Nicht in erster Linie die Sprache sei die Heimat, so Funk. Es sei wohl eher dieser „uralte Glaube“, verbunden mit einer praxis- und bibelorientierten Umsetzung in den Alltag. Der Reise- und Radio-Prediger Jacob Funk aus Kanada hat im Juni in Deutschland etwas Neues versucht: eine Veranstaltung mit Vorträgen und vielen Liedern komplett in plautdietscher Sprache. Veranstalter war der Verein „SW-Radio e.V.“ mit Viktor Sawatzki aus Detmold. Der Verein hat sich die Pflege der plautdietschen Sprache mittels christlicher Radiosendungen zum Ziel gesetzt. Einige der plautdietschen Lieder, die auf dieser Veranstaltung gesungen wurden, hat Sawatzki bereits im lokalen Rundfunk „Radio Lippe“ laufen lassen. Mit dabei war auch eine Frauengruppe aus Detmold, die neulich gleich drei CDs auf einmal aufgenommen hat: eine in Deutsch, eine in Russisch und eine in ihrer Muttersprache Plautdietsch. Unter dem Namen „Via Harmony“ haben sich hier sechs junge Mütter nicht nur zum Singen und Klönen zusammengefunden. In ihren Liedern geht es immer wieder auch darum, dass ein Leben in Harmonie mit Gott und den Mitmenschen möglich ist. Und den Ort, wo dies möglich ist, würden diese Sängerinnen wahrscheinlich auch als ihre Heimat bezeichnen.

Dyck, Thiessen, Funk, Sawatzki, Block, Neufeld – das sind typische Namen von russlandmennonitischen Familien. Menschen, die unterwegs sind, irgendwohin. Über das Ziel wird ständig diskutiert, und dann gleich in verschiedenen Sprachen. Wohin die Reise gehen kann, oder sollte.
Weitere Informationen zur Veranstaltungen und zu Plautdietsch sind auf den Seiten www.plautpot.net zu finden. Da kann man auch die CDs bestellen.

Von Peter Wiens, Oerlinghausen